Junge Liberale kritisieren Schallhorns Vorgehen bei der Gründung einer Bürgerstiftung in Seelze
Die Jungen Liberalen Hannover-Land sehen die Arbeit von Bürgerstiftungen als einen wichtigen, ehrenamtlichen Beitrag für mehr Lebensqualität der Bürger gerade im ländlichen Bereich. Wenn Bürger und regional ansässige Unternehmen sinnvolle Projekte in der eigenen Gemeinde unterstützen, ist das sehr zu begrüßen, so Farid Oucherif, kommissarischer Ortsvorsitzender der JuLis Seelze und stellv. Ortsbürgermeister von Letter.
Wie Bürgermeister Schallhorn jetzt aber spontan und scheinbar unvorbereitet die mögliche Gründung einer Bürgerstiftung in Seelze ausruft, ist nicht nachvollziehbar und könnte das Projekt zum Rohrkrepierer werden lassen, so Marcel Niemann, Pressesprecher und stellv. Vorsitzender der Julis Hannover-Land. Es reicht nicht, nur "einen Stein ins Wasser zu werfen", indem man die örtlichen Unternehmen beim Jahresempfang quasi im Vorbeigehen um finanzielle Mittel bittet, so Niemann.
"Hier drängt sich der Eindruck auf, dass sich Schallhorn mit dieser Idee schnell profilieren wollte, bevor es andere tun."
Damit eine Bürgerstiftung aber erfolgreich gegründet werden kann, sollten bereits vor Verkündung viele Hintergrundgespräche geführt werden und erste handfeste Finanzierungszusagen vorliegen, so Niemann, der in Isernhagen auch in der dortigen Bürgerstiftung aktiv ist.
Aber auch der Zeitpunkt ist von Schallhorn absolut schlecht gewählt. "Zu Zeiten einer so deutlichen konjunkturellen Abkühlung und großen Unsicherheit sei es sehr schwierig, bei Unternehmen größere Beträge für eine Stiftung einzuwerben. Ein gewisser Grundstock sei aber für einen guten Start der Stiftung unerlässlich", sagt der dreißigjährige Jungliberale.
Den Reiz einer Bürgerstiftung macht gerade aus, dass sie ehrenamtlich von den Bürgern und örtlichen Unternehmen getragen wird, so Oucherif. "Die Verwaltung sollte hier also nicht vorneweg marschieren, sondern höchstens begleiten."
Bleibt also zu hoffen, dass trotz des etwas hilflosen Vorgehens von Bürgermeister Schallhorn das Projekt nicht stirbt und sich möglichst viele Unternehmen und Privatpersonen finden, die eine Bürgerstiftung finanziell aber auch mit persönlicher Tatkraft ehrenamtlich unterstützen.